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huhu schön das du auf meiner seite gefunden hast.. schau dich ein wenig um.. hier erfährst du einiges über mich !! =D vllt. findest du auch dinge für dich ;D..

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*aus der Sich von Lisi*

Schweratmend und verheult lief ich durch die Straße auf das alte Fabrikgelände zu. Ununterbrochen klingelte mein Handy, doch dieses ignorierte ich gekonnt. Die konnten mich mal alle gern haben. Keiner wird mich von meiner Tat abhalten. Es wusste ja auch kein Mensch wo ich hin wollte. Gut außer Tom halt nicht. Aber ich glaube selbst ihn wollte ich jetzt nicht bei mir haben. Ich wollte einfach nicht aufgehalten werden…zumindest in dem Moment nicht. Außerdem wer weiß ob es überhaupt Toms Terminkalender zuließ. Völlig außer Atem kam ich am alten Fabrikgebäude und ehemaligen Proberaum meiner Jungs an und verschnaufte erstmal paar Sekunden vor der Tür. Nach paar Minuten kramte ich den Schlüssel, welchen ich vorher von Tom mitgehen hatte lassen, aus meiner Hosentasche und sperrte zitternd auf. Da es dunkel war brauchte das ganze etwas länger. Es war schon später Abend und die Sonne war seid einigen Minuten am Horizonte verschwunden. Die Tür ließ ich achtlos offen stehen und stürmte, noch immer am heulen, die Treppen hoch. Eher stolperte ich nach oben. Mein Ziel war das Dach. Der Ort an dem ich oft über Sachen nach dachte die mich beschäftigten und der Ort an dem ich mich immer mit Tom traf wenn wir mal ungestört sein wollten, was seid einem Jahr nicht mehr so gut ging. Oben angekommen, brachte ich erstmal die Tür nicht auf. Ich drückte mich mit meinem ganzen Gewicht auf sie und brachte sie nach einer Weile auch auf. Ich fiel zu Boden und stöhnte auf, da ich mir wehgetan hatte. Schnaufend sah ich auf und blieb bei dem dunklen Anblick vor mir hängen. Ich schluckte und rappelte mich dann vorsichtig auf. Wie in Zeitlupe bewegte ich mich auf das Dachende zu. Noch ein paar kleine Schritte und du bist da…Dann hast du’s bald hinter dir, gings mir durch den Kopf und ich ging langsam weiter. Ich schluckte immer schwerer und da war ich schon am Ende des Daches angekommen. Ich sah über das Dorf hinweg in die Dunkle Nacht hinein. Die Lichter der Stadt leuchteten heute besonders hell. So kam es mir zu mindest vor. Dann fiel mein Blick nach unten. Auf den tiefen Abgrund. Die Straße konnte ich nicht sehen. Ich konnte sie nur erahnen. Das einzige Licht das ich hatte war das hinter mir an der Tür. Ich versuchte irgendwie den grauen und kalten Asphalt zu erblicken. Ob es wohl wehtun wird wenn ich unten aufkomme? Wenn mein Körper auf den harten Beton aufprallte und ich mir sämtliche Knochen brach? Denk nicht daran…TU’S einfach!, redete ich mir ein. Ich stieg auf den kleinen erhobenen Rand. Meine Füße fühlten sich an wie Wackelpudding. Nur ein kleiner Schritt und du bist alle Sorgen los…, dachte ich. Ich lächelte leicht. „Wenn das auch ohne dem gehen würde...“, flüsterte ich. Eine kleine heiße Träne verließ mein rechtes Auge und fiel in den tiefen dunklen Abgrund vor mir. Klatschte vermutlich nun auf den Boden. Dieser Träne würde ich jeden Moment folgen, doch noch ein einziges Mal wollte ich mir durch den Kopf gehen lassen, warum ich meinem Leben ein Ende setzten wollte. Alles begann da wo meine Mutter starb und ich zu meinem Alkoholabhängigen Dad zog. Ich wusste schon damals das, das nicht lange gut gehen würde…

Total müde und von der Fahrt leicht überfordert kam ich am Magdeburger Bahnhof an und schlenderte völlig Lustlos aus dem Zug. Kurzes Umsehen und ich fand meinen Erzeuger auf einer Bank sitzend auf. ER sah für sein „Kleines Problem“ eigentlich ziemlich gut aus. Als er auch mich entdeckte, stand er auf und kam auf mich zu. Ich atmete einmal durch und ging ihm dann entgegen. „Hey Kleine!“, begrüßte er mich freudig. „Wir haben uns seid meinem 6 Lebensjahr nicht mehr gesehen also tu jetzt bitte nicht so als würdest du irgendwelche väterlichen Gefühle für mich hegen.“, sagte ich mit ernster Miene und wich seiner Umarmung aus. „Ach Gott Lisi…Lass es uns einfach vergessen. Jetzt bin ich ja da und kümmere mich um dich.“ „Vergessen kannst du die Tatsache das ich dir irgendwann mal verzeihe. Außerdem bist du nur da weil das Gericht es so entschieden hat das ich zu dir komme.“ „Quatsch! Ich wollte es so…Egal jetzt. Lass uns nach Hause fahren. Mariella wartet schon.“ Mariella? Das wird wohl seine Frau sein…, dachte ich mir. Ich wusste zwar das mein Dad eine Frau hatte aber wie sie hieß und aussah...Keine Ahnung. Mein Vater wollte mir meinen Koffer abnehmen, doch ich ließ ihn nicht und ging gerade aus los. Ich hörte wie er seufzte und mir dann folgte. Im Auto versuchte er ab und zu ein Gespräch anzufangen, aber entweder gab ich ihm keine Antwort oder nur abwesende Kommentare. „Bist du eigentlich immer so dunkel angezogen und geschminkt oder ist das nur weil deine Mum tot ist?“ „Beides…“, antwortet ich. Es stimmte. Ich trug fast immer schwarz und auch waren meine Augen fast immer von dunkler Schminke umrandet. Ich gefiel mir so und außerdem brachte es zurzeit sehr gut meine dunkle und trauernde Stimmung zur Geltung. Und seid meine Mum tot war, trug ich schwarz noch mehr als vorher. Meine Mum war mir echt das wichtigste in meinen Leben, doch jetzt war sie nicht mehr bei mir. Sie starb an ihrem Brustkrebs. Und da mein Dad ja auch für mich verantwortlich war, was er die letzten 11 Jahre nicht gezeigt hatte, musste ich nun zu ihm. Praktisch zog ich soeben zu einem Wildfremden Mann und seiner Lebensgefährtin. Als ich 6 Jahre alt war machte sich mein ach so lieber Vater aus den Staub. Ließ meine Mutter im Stich. Ließ mich im Stich. Er ging einfach weg. Rief nie an und meldete sich auch sonst nie anders. Er wollte zu seiner damaligen Freundin die er jetzt allerdings nicht mehr hatte. Schon lange nicht mehr… Nach einer viertel Stunde kamen wir vor einem mittelgroßen Haus zum stehen. „Wir sind da.“, sagte mein Dad und stellte den Motor ab. Ich sah auf das weiße Haus während mein Dad die Sachen aus dem Kofferraum holte. Mein Blick fiel auf das Nachbarhaus, wo eine rothaarige Frau gerade einen schwarzhaarigen Jungen umarmte. Sie sah glücklich aus. Mir fiel auf das sie eine kleine Ähnlichkeit mit meiner Mutter hatte und das wiederum, weil ich an meine Mum denken musste, machte mich bisschen traurig. Es sah so aus als würde der Junge gerade nach Hause gekommen sein, denn der Schwarze Van, der in der Auffahrt stand, fuhr nun weg. Nun entdeckte ich einen weiteren Jungen, der wegen des Autos verdeckt war und irgendwoher kam er mir bekannt vor. Nur wusste ich im ersten Moment nicht woher. Ich konnte nicht weiter drüber nachdenken, weil mein Vater mir die Tür öffnete und mich so mit aus meinen Gedanken riss. „Willst du im Auto wohnen oder was?“, lachte er auf. Ich riss mich von den Leuten los und sah meinen Vater an. „Ich komm ja schon.“ Er sah in meine Blickrichtung. „Oh die Kaulitz Jungs sind ja zu Hause. Die kommen heute eh zum Essen zu uns. Wir haben sie eingeladen weil Simone ganz neugierig auf dich ist.“ „Schön…“, murmelte ich nur und stieg aus. Kaulitz…kommt mir bekannt vor. „Hey Simone!“, schrie mein Dad rüber und die Besagte sah auf. „Hallo Markus!“, gab sie zurück. Auch die Jungs sahen her, genau wie ich zu ihnen. Die beiden hatten eine Sonnenbrille oben und sahen sich dann an. Ich seufzte und holte meine zweite Tasche aus dem Auto. Mein Vater ging zum Zaun und unterhielt sich mit Simone und den beiden Jungs. „Lisi!“, rief er mich, „Komm mal her.“ Ich stieß mich vom Auto ab, da ich daran gelehnt hatte, und schlenderte zu meinem Vater. „Lisi das sind Simone, Bill und Tom. Unsere Nachbaren.“ Freundlich reichte ich allen drei die Hand und gab ein >Hallo!< von mir. Ich spürte wie mich die Jungs ansahen. Tom und Bill… Von wo kamen die mir so bekannt vor??? Na ja ich werds schon noch herausfinden. „Wie war die Fahrt von Österreich hier her.“ „Ja ganz angenehm.“, antwortete ich Simone. „Ach wir waren ja schon alle so gespannt auf dich. Und jetzt bist du da!“ Ich lächelte verlegen und sah dann auf den Boden. „Na gut wir müssen dann eh rein. Die Jungs müssen noch ihre Sachen auspacken.“ „Ja wir sehen uns eh um 6 Uhr.“ „Dann lernen wir uns besser kennen!“, lächelte mich Simone lieb an. Von der Nähe sah sie noch mehr wie meine Mum aus. Ich musste mich richtig zusammen reißen sie nicht an zustarren wie als wär sie ein Gespenst. Nach einem Tschüss gingen wir endlich in das Haus und mein Vater zeigte mir sogleich mein Zimmer. Obwohl…der Begriff Zimmer stimmte nicht ganz. Der gesamte obere Stock war mein Reich. „Ich bring dir die restlichen Sachen hoch okay?“ Ich erwiderte nichts und ging in das Schlafzimmer. Ich öffnete das Fenster und sah nach draußen. Der Garten war auch nicht gerade klein. Plötzlich hörte ich jemanden kreischen und mein Blick fiel auf den Nachbarsgarten von den Kauitz Leuten. Ein Mädchen sprang gerade dem Schwarzhaarigen, Bill, um den Hals und wollte ihn gar nicht mehr los lassen. Wohl möglich seine Freundin…, dachte ich mir und musste leicht lächeln. Ich merkte wie der andere, Tom, zu mir nach oben blickte. Ich sah zurück und da winkte er mir lächelnd. Zögernd tat ichs ihm gleich und schloss dann wieder das Fenster. Plötzlich fiel mir es wie Schuppen von den Augen. Ich wusste ENDLCIH von wo ich BILL und TOM kannte. Sie waren die berühmtesten Zwillinge Deutschlands. Die Zwillinge von TOKIO HOTEL. Der an gesagtesten Band zurzeit. Wow…Na ja….Aber ich hatte jetzt wichtigere Dinge zu tun als über das nach zu denken das zwei Personen meiner Nachbarschaft berühmt waren. Als mir mein Vater all meine Sachen gebracht hatte, ließ er mich alleine und ich konnte in Ruhe mein Zeug auspacken. Nach gut zwei Stunden hatte ich alles ausgepackt und da rief mich auch mein Dad zu sich. Gelangweilt schlenderte ich nach unten zu ihm in die Küche. „Schatz…Das ist Lisi. Lisi das ist meine Frau Mariella.“, stellte mich mein Vater der Frau vor und ich reichte ihr die Hand. „Freut mich dich kennen zu lernen. Markus hat mir schon ne Menge über dich erzählt!“ Ich zog die Augenbrauen hoch. „Ach...Hat er das?“, fragte ich und sah meinen Vater an. Er mahnte mich mit einem Blick irgendwas von mir zu geben und da ich so wieso keinen Bock hatte zu diskutieren, hielt ich meine Klappe. „Gefällt dir dein Zimmer?“, fragte Mariella. Ich nickte. „Ja es ist toll.“, gab ich zurück und setzte mich auf den Sessel. „Schön. Markus meinte Rot wäre deine Lieblingsfarbe also dacht ich mir streichen wir das Zimmer gleich mal so für dich…“ Es stimmte schon das Rot meine Lieblingsfarbe war, aber das war von meinem Vater aus nur gut geraten. Ich lächelte gespielt. „Ich hab die ganzen Sachen schon ausgeräumt.“ „Ah gut…wenn du willst kannst du mir ja helfen beim Kochen für die Grillparty heute.“, schlug mir Mariella vor. „Wie jetzt? Kommen etwa noch mehr?“ „Ja…Paar Arbeitskollegen und Freunde von uns.“ , berichtete mein Dad. „Aha…Ja ne wenn du Hilfe brauchst.“ „Nee eigentlich nicht…Dein Vater wird jetzt für mich einkaufen gehen und du kannst dein Zimmer fertig gestalten wenn du willst.“ „Na ja ich kann…“ „Nein los geh jetzt bevor ichs mir jetzt doch noch anders überlege.“, grinste Mariella. Sie war gar nicht mal so doof wie ich dachte….Im Gegenteil. Sogar richtig lieb. „Ich wird mich aber bisschen in den Garten setzen. Stört es wen, wenn ich bisschen auf der Gitarre spiel?“ „Nein eigentlich nicht. Die Kaulitz-Jungs haben früher ja nie was anderes gemacht.“, gab mein Vater seinen Senf dazu. „Okay…“ Schnell flitze ich nach oben und holte mein Heiligtum und setzte mich dann in den Garten und spielte mich bisschen ein. Ich überlegte kurz welches Lied ich den spielen könnte und fing dann auch an.

*aus der Sicht von Jule*

„Los…Hinsetzen und erzählen…Wie wars?!“, wollte ich sofort von Bill und Tom wissen und schmiss mich aufs Sofa im Wohnzimmer. Gebangt sah ich die beiden an und wartete auf die Schilderungen der Tour. Als sie dann auch Platz genommen hatten, sprudelte es nur so aus ihnen heraus. „Ja und die Mädels waren…“ „NEEEEIN!“, kreischte ich auf und hielt mir die Ohren zu. Tom sah mich komisch an. „Von dem will überhaupt nichts wissen?!“, sagte ich und Bill lachte sich kaputt. „Okay…“, murmelte Tom und sobald ich meine Hände wieder unten hatte erzählte er doch. Ich sprang auf und ging wieder nach draußen in den Garten. Plötzlich hörte ich wen auf einer Gitarre spielen und dazu singen. Ich ignorierte Toms Erzählungen komplett und näherte mich den Nachbarszaun. Vorsichtig lugte ich durch die Bäume und entdeckte ein Mädchen auf einen der Liegestühle sitzen und singen und spielen. Sie war gut…sehr gut sogar und ich konnte nicht anders und musste ihr einfach zu ende hören. Tom war auch bei mir angekommen und fragte: „Sag mal was machst d…“ „Gssssssssscht!“, zischte ich nur und hielt ihm den Mund zu. „Pepft bia but?!“, sagte er durch meine Hand. „WAS?!“, sah ich ihn irritiert an. Er rollte mit den Augen und gab meine Hand von seinem Plappermaul weg. „Obs dir eh gut geht weil du mich so überfällst!“, wiederholte er sich. „Ja man…aber hör doch mal.“, sagte ich und er tat was man ihm sagte. „Wer ist das?“, fragte er und sah mich an. „Ja nen Mädchen das bei den Steiners ist. Keine Ahnung wer das ist.“, sagte ich und deutete ihm durch die Bäume zu blicken. „Aaah das ist Lisi.“ „Warum wunderts mich nicht das du sie kennst?“, sagte ich matt. Er gab mir einen leichten Klaps über den Kopf. „Ich kenn sie selbst nicht ja?“ „Ja ne ist ja nichts neues bei…“ „Gscht! Sie ist die Tochter von Markus.“ „Echt? Das ist sie?“ Er nickte. „Ist heute gekommen. Und wir sind ja drüben bei ihnen zum Grillen eingeladen.“ „Oh cool. Da lernen wir sie ja kennen.“ „Jop. Ich freu mich eh schon.“ „Ach Gott….Willst du sie auch klar machen wie alle anderen?“, verdrehte ich die Augen. „Heeey! Weil ich ja gleich JEDEN nehme…“ Ich sah ihn skeptisch an. „Ist ja gut. Aber bei ihr werd ichs nicht so machen!“ „Ja…is klar!“ „Das hab ich auch gesagt!“, flüsterte Bill der wie aus dem Nichts plötzlich hinter uns stand. Ich kreischte vor Schreck auf und die beiden drückten mir ihre Hände auf den Mund und gaben ein >Gsssssscht< von sich. Leider zu spät denn Lisi hatte aufgehört zu spielen und fragte ob hier wer sei. „Toll gemacht Jule!“, murmelte Tom. „Ja wasn?“, zischte ich ihm zu und erhob mich dann und sah über den Zaun Lisi an. „Hey!“, begrüßte ich sie lächelnd. Sie sah mich kurz stumm an und erwiderte das Hey dann. „Wie lang hörst du schon zu?“, fragte sie und kam auf mich zu. Die Gitarre legte sie auf den Liegestuhl. „Na ja um ehrlich zu sein bin ich nicht alleine. Tom und Bill hocken unten am Boden und…“ , weiter konnte ich nicht reden denn da tauchten die Beiden aus ihren Versteck auf und grinsten Lisi unschuldig an. Sie zog die Augenbrauen hoch und musterte uns komisch. „Tschuldigung.“, tuschelte Tom. „Aber du spielst und singst echt gut!“, Bill. „Ähm Danke.“, sagte sie verlegen. „Ich bin übrigens Jule!“, sagte ich und reichte ihr meine Hand. „Lisi..freut mich!“, grinste sie lieb. „Und uns kennste ja!“, grinste Bill. „Ja!“, lachte sie, „Aber ich muss zugeben das ich euch am Anfang echt nirgends zu ordnen konnte!“ Auch wir mussten lachen. „Dann bist du die erste!“, sagte Tom. Sie grinste nur. „Und was machst du so?“, fragte ich nach „Ach nicht viel. Ich hab vorhin grad mein Zimmer eingeräumt und hab mich dann raus gesetzt und ihr?“ „Langweilen!“, gab Bill wirklich gelangweilt von sich. „Wenn du willst zeig ich dir bisschen das Dorf und so.“, schlug ich vor da ich Lisi unbedingt näher kennen lernen wollte. „Oh ja und wir begleiten euch!“, Tom. „Das geht ja nicht!“, bremste ich ihn. „Wieso nicht?!?!“, beschwerte sich Bill. „Schon vergessen das ihr berühmt seid?“ „Ach ja…verdammt.“, fluchte Tom. „Und wenn wir sich ganz doll verklei…“ „Nein!“, gab ich von mir. „Dann rufen wir eben Saki an und Tobi und dann geht das!“ Die beiden wollten einfach nicht locker lassen. „So sind sie immer!“, grinste ich zu Lisi. „Also…wir müssen ja nicht unbedingt in die Stadt….die läuft ja nicht weg…wenn ihr wollt könnt ihr auch rüber kommen?!“ „Sind sofort bei dir!“, kams von Bill und Tom und die beiden liefen schon los. „Ach Gott…Typisch für die beiden!“, seufzte ich und Lisi lachte.


„Heeey!“, begrüßte ich meine beste Freundin als sie mir die Tür öffnete. „Na wie geht’s dir?“, grinste sie und wir umarmten uns freudig. „Ja gut…meine Güte ist das schon voll hier?! Bin ich die Letzte?“ „Nee…Da musst du Tom und Bill fragen wenn se noch alles eingeladen haben!“, lachte sie und führte mich ins Wohnzimmer wo die Party voll im Gang war. Lisi, meine beste Freundin, und wir, sprich Tom, Bill, Gustav, Georg und ich, hatten mal Lust so richtig ab zu feiern und hatten in kürzester Zeit diese Party geplant. Lisis Dad hatte uns dann erlaubt bei ihnen zu feiern. Das wunderte mich allerdings den nach all den Sachen was in letzter Zeit passiert waren, war das nicht üblich für ihn. Aber heute würde garantiert noch was passieren das spürte ich schon. „Wo sind die Jungs?“, fragte ich laut gegen die Musik. „Aaaalso….Bill ist mit Andi irgendwo im Zimmer verteilt. Gustav quatsch mit paar Leuten, Georg knutsch im Garten mit irgendeiner Blonden Tussi und Tom…ist glaub ich an der Bar…Er meinte er muss ja schauen das die anderen keinen Blödsinn trinken.“ „Oh Gott…Ich trink nur das was du mir in die Hand drückst oder was ich mir selbst hole.“ „Na ja eigentlich ist ja auch Selbstbedienung angesagt aber du kennst ja Tom.“, lachte sie. Einer ihrer schwarzen Locken fiel ihr ins Gesicht und sie strich sie liebevoll nach hinten. „Geht’s dir eigentlich wieder gut?“, fragte ich sie einfach. „Ähm…ja…“, antwortete sie zögerlich. „Hat ers wieder gemacht?“ Anstatt zu Antworten wich sie mir aus. „Lass uns zu Tom gehen ja?“ Ich nickte nur und folgte leicht enttäuscht meiner besten Freundin. Jeder wusste was Markus mit ihr machte, doch sie selber leugnete es immer. Ganz einfach weil sie Angst hatte. Angst vor der Wahrheit. „Aaah Schatz! Da bist du…Du uns gehen die Becher aus!“, sagte Tom als wir zu ihm kamen. „Moooooment ich hol schnell welche…Jule ist da!“, grinste sie und verschwand. „Ah ja! Na was geht Puppe!?“, grinste Tom. „PUPPE?“, sagte ich laut und hoffte mich verhört zu haben. „Ähm…Upsi?“, sagte er undschuldig. Ich verdrehte nur die Augen. „Also was willst du trinken?!“, fragte er mich auch gleich. „Ähm…Das nehm ich mir dann schon selber ja?“, gab ich von mir. „Heeey!“ beschwerte er sich als ich hinter die Bar zu ihm kam und mich durchstöberte. „TOM!“, kam Andi schreiend zu uns gelaufen. „TOOOOOM! DA BIST DU! KOMM MIT“!, sagte er noch immer total laut und zog Tom am Arm. „Wasn los mit dir?“, runzelte er die Stirn. „Lisi…“, schnaufte Andi. „Was?“, fragte ich da er nicht weiter tat. „Ah hey Jule.“, sagte er schnell. „Andi was ist los? Was ist mit Lisi?“, fragte Tom schon besorgt. Er holte tief Luft und sagte: „Markus ist hier und geht auf sie los!“ Tom lies die Flasche Wodka in seiner Hand fallen und lief los. Dich gefolgt von mir und Andi…Wir wussten alle was das hieß…

*aus der Sicht von Lisi*

Nach fünf Minuten standen die drei da und Mariella ließ sie rein. „So und jetzt zeig uns mal dein Zimmerchen!“, grinste Bill und zog sich die Schuhe aus. „Okay.“, lachte ich und führte sie nach oben. „Na ja um ehrlich zu sein hab ich nicht nur ein Zimmer…Mir gehört der gesamte Stock hier.“ „Geil!“, kams von Jule. Ich zeigte ihnen alles und danach setzten wir uns ins Wohnzimmer und chillten, tratschten und ließen den Tag einfach ausgleichen. Während die Jungs Playstation spielten und ab und zu Kommentare von sich gaben, quatschten Jule und ich über alles Mögliche und lernten uns so besser kennen. „Sag mal…warum bist du eigentlich hergezogen. Wolltest du nicht mehr bei deiner Mum sein?“, fragte Jule vorsichtig nach. Ich sah sie an und dann die Jungs. Auch sie wurden in der Sache hellhörig. „Na ja…ehrlich gesagt wer mir das dann doch viel lieber als das was wirklich passiert ist.“ „Und was ist passiert?“, fragte Bill nach. „Na ja….meine Mum hatte Brustkrebs und ist daran gestorben. Und ich wollte nie hier her….Für mich ist mein Dad eigentlich ein ganz fremder Mann. Er tut nur immer so als würde er immer für mich da sein ist er aber in Wirklichkeit nicht. Ganz im Gegenteil. Er hat meine Mum und mich sitzen gelassen. Ist zu seiner Affäre gegangen. Na ja…aber das ist schon lange her und ja!“, sagte ich und setzte ein Lächeln auf. Das dieses gespielt war, sah wohl jeder Blinde. „Wow…Ich…ich weiß echt nicht was ich dazu sagen soll.“ „Ja ich auch nicht!“ „Ach da müsst ihr nichts zu sagen. Das ist nun mal so und ja!“, versuchte ich endlich von dem Thema loszukommen. „Gehst du dann eigentlich auf die Schule wo Jule hin geht!?“, fragte Tom. Ich sah ihn dankend an und er lächelte lieb. „Ja ne keine Ahnung. In welcher Schule bist du denn?“, fragte ich nach. Sie sagte mir was für eine Schule sie besuchte und wir kamen drauf das es die war in die ich Auch gehen würde. „Geil dann stell ich dir gleich mal alle vor ja?“, freute sich Jule tierisch und ich mich mit ihr. Plötzlich klopfte es an der Tür. „Ja?“, fragte ich und kurze Zeit später streckte mein Vater den Kopf rein. „Ah…wir haben ja Besuch.“, stellte er fest. „Ja.“, gab ich knapp von mir. „Na gut…Lisi kannst du kurz mitkommen?“ „Klar.“, nuschelte ich und folgte meinem Vater in mein Zimmer. „Okay…Folgendes…Heute Abe…“ „Sag mal hast du getrunken?“, unterbrach ich ihn, „Boa hey du hast die volle Alkoholfahne!“ „Das geht dich nichts an hörst du?! Also wenn die Leute heute Abend kommen will ich das du nicht so zickig zu mir bist klar?“ Hallo?! Was ging den mit ihm ab. „Ey komm wieder runter ja?“ „Hast du mich verstanden was ich gesagt habe?“, fragte er schroff und drückte meinen Arm zusammen. „AU! Ja doch!“, sagte ich laut und biss die Zähne zusammen. „Gut. Und jetzt geh wieder zu den anderen. Ich hol euch dann.“ Ich nickte nur und wartete bis er verschwunden war. Ich schob mein Shirt am Ärmel hoch und musterte die rote Stelle. Dann sah ich zur Tür…die Gedanken an meinen Vater. Mum hatte Recht…Er war ein Trinken und Gewalttätig noch dazu. Ich wusste schon jetzt das ich es hier nicht leicht haben werde…

*ein paar Monate später*

„Heute kommen die Jungs endlich wieder von der Tour!“, freute sich Jule als wir die Schule verließen und rein in die Ferien gingen. „Jaaa!“, freute ich mich auch und hängte mich bei meiner Besten Freundin ein. In den letzten Monaten war einiges passiert. Jule und ich waren beste Freundinnen geworden. Wir verstanden uns prima und hingen jede Sekunde aneinander. Mit Tom war ich seid genau zwei Monaten schon zusammen. Ich liebte ihn echt wahnsinnig. Er und die anderen drei waren auf Tour und kamen jetzt endlich wieder nach Hause. Wurde auch schon Zeit. Mit meinem Vater lief es nicht gut. Er kam in letzter Zeit immer öfter betrunken nach Hause. Hatte zu nichts Lust und wenn Mariella mal nicht hier war, kam es sogar so weit das er mich schlug. Und dann wollte er nicht mal aufhören. Den anderen erzählte ich nichts davon. Wenn sie mich fragten was los sei, gab ich immer irgendeine Notlüge von mir. Was sollte ich den sonst machen? Ihnen die Wahrheit sagen traute ich mich nicht. Aber na ja… „Die müssen eh schon hier sein oder?“ „Ja ich glaub.“ „Na dann so schnell wie Möglich nach Hause.“, grinste ich und wir stiegen in unseren Bus. Zu Hause waren sie tatsächlich schon da. „Heeey Mädels!“, grinste Bill und fiel uns beiden um den Hals. „Was hab ich euch zwei verrückten Hühner vermisst!“, grinste er und wir lachten. „Wo ist…“, fragte ich doch da hatte ich schon fremde Lippen auf meinen. Ich grinste und schloss meine Augen und erwiderte den Kuss leidenschaftlich. „Hey Schatz!“, grinste mein Freund und ich umarmte ihn fest. „Boah ist das schön! Endlich bist du wieder da!“, flüsterte ich und küsste ihn gleich noch mal. Tom grinste und umarmte dann auch gleich Jule. „Los lasst uns rein gehen und erzählt uns ALLES!“, sagte Jule aufgeregt und wir folgten ihr ins Haus rein. Dort setzten wir uns ins Wohnzimmer und sie quatschten uns über die Tour, Fans und was weiß ich noch randvoll. „WOW!“, staunten wir am Ende. „Ja aber ich bin froh das es vorbei ist und ich wieder bei meinem Engel bin.“, lächelte Tom und küsste mich. Plötzlich piepste mein Handy. Ich fischte es aus meiner Hosentasche und las die SMS.

KOMM SOFORT NACH HAUSE!!! LOS! Ich schluckte und wusste, es wäre besser für mich sofort nach Hause zu gehen. „Mein Dad…Ich muss rüber. Er braucht was.“ „Kommst du dann wieder?“, fragte Bill. „Ja…Sobald das erledigt ist.“ „Guuuut!“, grinste Tom und ich küsste ihn kurz. „Bis dann!“ Schnell stürzte ich rüber in unser Haus und schloss dann die Tür hinter mich. Ich lehnte mich ans kalte Holz und lauschte in das Haus rein. Plötzlich hörte ich wie etwas zu Bruch ging. Ich hielt die Luft an und da stand er schon vor mir. „NA ENDLICH!“, schrie er mich an. „SIE DIR DAS AN! NUR WEGEN DIR DU KLEINES MISTSTÜCK!“ „Was…was ist denn?“, fragte ich eingeschüchtert nach. „MARIELLA IST FORT! DAS IST LOS!“, schrie er und warf mir einen Zettel entgegen. „LIES!“ Ich nahm den Brief in die Hand, faltete ihn auseinander und las.



Hey Lisi…

Es tut mir Leid aber ich kann einfach nicht mehr. Ich werde mich von deinem Vater trennen. Es passt einfach nicht. Bitte sei nicht traurig. Und kümmere dich gut um dich und deinen Dad. Ich werde dich vermissen aber wir können trotzdem im Kontakt Bleiben. Ich würde mich freuen..

Hab dich lieb…Mariella




„Nein…“, flüsterte ich. „JA GENAU! NEIN! DU MACHST ALLES KAPUTT!!! KEIN WUNDER DAS DEINE MUTTER DEN LÖFFEL ABGEGEBEN HAT! BEI SO EINER GÖRE WIE DIR!“, schrie er. Ich wurde sauer. „DAS IST NICHT WAHR!“, fuhr ich ihn an und bereute es im nächsten Moment wieder. „DU WAGST ES MCIH ANZUSCHREIEN!?“, schrie er und schlug mit der flachen Hand auf die Tür, genau neben meinen Kopf. „Es tut mir…“ „SPAR DIR DAS DU SCHLAMPE!“, schrie er und schlug mich. Schlug mich noch mal…und noch mal und auch noch ein drittes Mal. Das ging dann eine Weile so bis ich heulend zusammenbrach. „VERSCHWINDE NACH OBEN! ICH WILL DICH NICHT MEHR SEHEN!“, zischte er wütend und ich rappelte mich mühevoll auf und lief nach oben ins Bad. Heulend ging ich zu Boden und wünschte mir einfach Tod zu sein. Warum machte er das? Warum nur???


*aus der Sicht von Tom*

Schnell stürzte ich raus in den Garten und sah wie Bill verzweifelt versuchte Markus von Lisi fern zu halten. Sie lag gekrümmt am Boden und er schlug immer und immer wieder zu. Wütend lief ich zu ihm und riss ihn mit aller Kraft zurück und auf den Boden. „DU VERDAMMTES ARSCHLOCH!“, schrie ich und wollte auf ihn los gehen doch Andi und Bill hielten mich zurück. Jule kümmerte sich währenddessen um Lisi. „Hau ab du Schwuchtel und lass mich zu meiner Tochter.“ „Das kannst du vergessen. Lisi fasst DU nicht mehr an.“ „Du wagst es mir mein Eigentum zu nehmen?! Mach dich nicht lächerlich Junge. Du kannst mir nichts verbieten.“, schnaufte er und rappelte sich wieder auf. „FASS SIE JA NICHT AN!“, schrie ich Markus voller Zorn an. „ACH WAS?! DIESE SCHLAMPE HAT ES DOCH NICHT ANDERS VERDIENT!“, fuhr er mich an. Er ging auf uns zu und stieß uns zur Seite. Er ging auf Lisi und Jule zu. Jule stieß er ebenfalls weg und packte Lisi am Arm. „LASS SIE LOS!?“, schrie ich und lief auf ihn zu. „BLEIB WO DU BIST ODER DU KANNST DIR EIN LEBEN OHNE SIE VORSTELLEN!“, drehte er sich um und hatte ein Messer in der Hand und hielt es ganz nah an Lisis Kehle. Sie sah mich ängstlich an und weinte. „Scheiße…“, murmelte Andi hinter mir. „Andi ruf die Polizei und sag den anderen sie sollen die Leute heim schicken.“, nuschelte Bill. Sofort tat er was man ihm sagte. „Was machst du jetzt Tom?“, fragte Markus und ging mit Lisi um uns herum. „Du hast die Wahl. Du lässt mich mit Lisi gehen oder du kannst sie in Zukunft an ihrem Grab besuchen.“ „Bitte…Papa hör auf.“, flehte meine Freundin. Ich hatte Angst…Angst das Falsche zu tun. „Du sei leise. Du hast überhaupt keinen Grund was zu sagen. Seid du hier bist geht alles schief?! Mariella ist weg und meine Arbeit hab ich auch verloren. Du bist genau so eine miese kleine dreckige Schlampe wie es deine Mutter war! Aber dich lass ich nicht so leicht davon…Du gehörst MIR! Du Miststück du!“, zischte er und drückte sein Gesicht an ihres und roch an ihrem Haar. „Papa hör auf…“ „HALT DIE KLAPPE HAB ICH GESAGT!“, schrie er, warf Lisi zu Boden und schlug wieder auf sie ein. „AUFHÖREN!“, schrie ich und lief auf die beiden zu und warf Markus ein weiteres Mal zu Boden. Gustav und Georg kamen mir und Bill zu Hilfe und gemeinsam hielten wir ihn fest. „Lisi….oh Gott geht’s?!“, hörte ich Jule hinter mir sagen. Ich drehte mich um. Lisi lag zusammengekrümmt vor Schmerzen und Angst am Boden und kam nicht auf. „Haltet ihn fest ich bring Lisi nach oben.“ „Ja.“, gab Gustav von sich und ich ging zu meiner Freundin. „Lisi komm…Ich bring dich hoch.“, sagte ich leise als ich bei ihr war und hob sie hoch so wie man eine Braut über die Schwelle tragen würde. Sie klammerte sich regelrecht an mich und weinte weiter. „Es ist vorbei. Er kann dir nichts mehr tun Lisi. Die Polizei holt ihn ab und du siehst ihn nicht mehr.“, sagte Andi als wir bei ihn vorbei gingen. Sie nickte nur. Vorsichtig legte ich sie in ihr Bett und versuchte sie zu beruhigen. „Schatz…bitte…“, sagte ich verzweifelt. Jule saß neben mir und strich Lisi über den Rücken. „Oh mein Gott Tom…“ „Hm?“, fragte ich nach. „Guck mal…“, sagte Jule geschockt. Sie zeigte auf Lisis rechten Arm. Ich riss die Augen auf und nahm ihn in meine. „Seid wann machst du das?“, fragte ich meine Freundin. Sie sagte nichts, sah mich nur traurig an. „Hör auf damit…bitte…“, flehte ich und versuchte meine Tränen zu unterdrücken. Ihr ganzer Arm war voll geritzt. Ich konnte es nicht glauben. Plötzlich klopfte es an der Tür. „Tom, Jule? Die Polizei ist da. Sie wollen mit euch reden.“, streckte Andi den Kopf rein. „Wir kommen schon.“, sagte ich und drehte mich zu Lisi. „Ich bin gleich wieder bei dir ja? Bitte…mach nichts unüberlegtes…“, flüsterte ich und küsste sie. Sie erwiderte nichts und drückte ihr Gesicht in die Kissen.


*aus der Sicht von Lisi*

Als ich mich halbwegs beruhigt hatte, las ich mir den Brief ein weiteres Mal durch. Wie konnte sie das tun? Warum ließ sie mich alleine…Ohne ihr…hatte ich keinen Schutz. Wenn sie hier war, tat mein Vater nichts, doch jetzt…Jetzt würde sich das ganze nur verschlimmern. Die Tatsache dass das alles kein Ende haben wird, brachte mich noch mehr zum Heulen. Plötzlich fiel mir der Rasierer in die Augen. Langsam rappelte ich mich auf und nahm ihn in die Hand. Ich nahm die Klinge ab und setzte sie an meinem rechten Arm an. Ich schloss die Augen, biss die Zähne zusammen und fuhr langsam über meinen Arm. Als ich absetzte, seufzte ich auf und drückte meinen Tränen weg. Ich sah auf die Wunde. Das Blut kam zum Vorschein und tropfte auf die weißen Fliesen. Ich wiederholte es etwas weiter unten und dann noch einmal. Irgendwie war es ein befreiendes Gefühl. Wie oft ich das schon tat wusste ich nicht, aber irgendwie konnte ich nicht mehr damit aufhören. Es ging einfach nicht. Ich ging zum Waschbecken und spülte das Blut weg. Auch die Klinge wusch ich sauber und drückte dann ein Handtuch auf meine Wunden. Ich tapste in mein Zimmer und verband meinen Arm. Schnell zog ich mir ein langärmliges Shirt über und ging wieder ins Bad. Ich machte mich bisschen frisch und versuchte nicht verheult aus zu sehen und ging dann wieder zu Tom und den anderen. Sie wussten nichts von allem dem. Und das war auch gut so…


Eine Träne tropfte auf meinen rechten Arm, als ich ihn mir ansah. Die verheilten Wunden, sah man deutlich. Lauter Schnitte. Es gab fast keine Freie Stelle mehr. Sachte strich ich drüber. Wenn ich jetzt tat, tat es gar nicht mehr weh. Ich spürte die Schmerzen gar nicht. Zum Beispiel so wie vorhin. Ich strich über die frischen Schnitte und es brennte ein bisschen. Wie oft hatte ich versucht damit aufzuhören. Aber es ging nicht. Als Tom vorhin meinen Arm entdeckte, blieb mir beinahe das Herz stehen. Mir war klar das er mich darauf ansprechen würde, wenn alles vorbei wäre. Aber na gut…das konnte er dann ja nicht mehr. Plötzlich hörte ich Schreie. Erschrocken sah ich nach unten. „LISI HAU AB DA!“ „Tom…“, flüsterte ich. Er, Bill und Jule standen unten und schrieen nach oben. „VERSCHWINDE VON DORT!“, schrie Jule. „HÖR AUF MIT DER SCHEISSE!“, Bill. Tom war mittlerweile ins Gebäude verschwunden und auf den weg zu mir. „HAUT AB!“, krächzte ich. „NEIN WIR WOLLEN DIR HELFEN! KOMM SCHON DAS KÖNNEN WIR AUCH ANDERS LÖSEN!“, schrie Bill. „NEIN VERSCHWINDET….LASST MICH IN RUHE…Haut doch endlich ab…“, flüsterte ich den letzten Satz und heulte noch mehr. Plötzlich wurde hinter mir die Tür mit einem lauten Knall aufgerissen und Tom stand schnaufend da. Ich drehte mich nicht zu ihm. „Lisi…“, sagte er ruhig und ich hörte wie er mit langsamen Schritten auf mich zu kam. „Bitte komm da weg…Hör auf mit dieser Scheiße.“ Er stand genau hinter mir. „Geh weg Tom…“, flüsterte ich unter Tränen. „Nein…Ich lass dich sicher nicht alleine. Komm da weg und rede mit mir bitte…Warum willst du das tun…Ich will dir helfen…Bitte…rede mit mir…“ Ich konnte seine Angst deutlich raus hören. Langsam, wie in Zeitlupe, drehte ich mich zu ihm und ich blickte ihn verheult in seine besorgten Augen. Langsam hielt er mir seine Hand hin und wartete geduldig bis ich sie ergriff. Doch das tat ich nicht…

Nervös ging ich zu den Zwillingen rüber, klopfte an die Tür und wartete bis man mir öffnete. Was auch nach einigen Sekunden geschah. „Morgen. Auch wieder da?!“, grinste Bill mir entgegen. „Ja stell dir vor.“, lachte ich leicht. „Georg, Gusti und Andi sind auch da.“ „Aaah schööön!“, freute ich mich und ging ins Wohnzimmer und fiel Gustav sogleich um den Hals der eigentlich aus dem Zimmer wollte. Völlig perplex und erschrocken sah er mich an. „Meine Güte!“, grinste er nur, „Ich freu mich ja auch dich wieder zu sehen, aber musst du mich den unbedingt ins Grab bringen?!?“ Ich lachte auf und umarmte dann Georg und auch Andi. „Was hat das denn so lange gedauert?“, fragte Tom und küsste mich. „Ähm…ich hab mich eh beeilt.“ „Sag mal hast du geweint?“, fragte er leise und sah mir direkt in die Augen. Ich schluckte. Sah Jule an. Sie sah besorgt zurück. „Entschuldigt mich bitte..“, flüsterte ich und lief ins Bad. Dicht gefolgt von Tom. „Was ist los? Was ist passiert?!“, stürmte er mir nach und bevor ich die Badezimmertür schließen konnte, stellte er den Fuß dazwischen. Er drückte sich gegen die Tür und kam rein. Schloss sie hinter sich und lehnte sich ans Holz. „Lisi…was war?“ „Nichts!“, stammelte ich und versuchte vergeblich meine Tränen zu unterdrücken. Ohne Erfolg. „Wa…“ „Tom ich…ich…“ Ich musste es ihm sagen. Ich konnte einfach nicht länger. Ich hielts ja kaum noch aus. Also riss ich mich zusammen und erzählte ihm alles…alles bis auf das Ritzen. „Was ist los?“, fragte er besorgt. Ich sah ihn von unten aus an. „Das hier…“, flüsterte ich, sah auf den Boden und schob langsam mein Shirt hoch. Ein riesiger blauer Fleck kam zum Vorschein. „Oh mein Gott…Von wo hast du den?“, fragte er und kam auf mich zu. Vorsichtig strich er über den Fleck. „Ich bin…gestürzt?“, fragte ich. Er sah auf und riss die Augen auf. „Dein Dad…“, flüsterte er. Ich nickte nur. „Wie lange geht das schon?“ „Ich weiß es nicht…Angefangen hat es als ich seid ein paar Wochen schon hier lebte und er betrunken nach Hause kam. Mariella war nicht da und ja…“ „Ich bring ihn um!“, schrie er. „NEIN….Nein Tom bleib hier!“, hielt ich ihn auf und drückte ihn weg von der Tür an die Wand. Bittend sah ich ihn an. „Aber ich muss was machen..:“ „Nein bitte….lass es…es wird schon aufhören…aber bitte, bitte mach nichts…Bitte!“, flehte ich. Er seufzte und nahm mich in den Arm. „Der soll ja die Finger von dir lassen.“, sagte er leise. Ich drückte mich fest an ihn und nach einiger Zeit gingen wir zurück zu den anderen die in eine heiße Diskussion verwickelt waren. „Wir sagens den anderen auch ja?“, sagte Tom. Ich zuckte nur mit den Schultern. Tom und ich setzten uns zu den anderen und die sahen uns komisch an. „Was mit euch beiden los?“, fragte Gustav. Ich seufzte und Tom erzählte ihnen alles. Sie waren total geschockt und genau wie Tom wollten sie was unternehmen doch ich hielt sie davon ab. Die Stimmung war ziemlich bedrückt und darum versuchte ich sie zu lockern. „Hey…vergesst es okay? Es geht schon…Macht nicht solche Gesichter!“ „Aber…“, Bill. „Nichts aber. Lasst uns heute Abend Party machen. So ne Art Willkommensparty für euch!“, grinste ich. Die anderen stimmten, nach ein paar Minuten des Zögerns, auch zu und schon wurde eifrig geplant.

„Lisi bitte…nimm meine Hand und komm da weg.“, flüsterte Tom. Er hatte Angst. Ich auch. „LISI HÖR AUF TOM UND GEH WEG DA!“, schrie Bill. Ich sah nach unten und dann wieder zu Tom. „Bitte…“ „Danke…“ Er sah mich stirnrunzelnd an. „Was?“ „Danke für alles.“ „Lisi…“ „Nein…Lass mich ausreden.“ Er nickte. „Danke für alles was du und Bill und alle anderen für mich gemacht habt. Ich bin so froh euch kennen gelernt zu haben und wüsste nich was ich ohne euch täte…Ihr seid mir echt das aller wichtigste…DU bist mir das allerwichtigste. Ich…ich liebe dich über alles und….du wirst immer in meinem Herzen bleiben.“ Ich machte ein winzigen Schritt Rückwerts. Nur noch mit der Hälfte meiner Schuhe stand ich vor Tom. „Lisi nein…Bitte…Hör auf…Komm schon wir können das auch anders lösen.“, weinte er, weil er wusste was ich mit dem ganzen sagen will. „Es tut mir Leid…“, schluchzte ich, „Aber ich kann einfach nicht mehr…Ich bin schon so….am Ende…ich…kann nicht anders.“ „Doch kannst du…gemeinsam schaffen wir das bitte…Lass….lass mich nicht im Stich…Ich kann nicht ohne dich…Ich kann es einfach nicht….bitte….ich fleh dich an…lass mich nicht alleine…“ So schwer es mir auch fiel, ich ignorierte es und beugte mich über ihn und küsste ihn ein LETZTES MAL leidenschaftlich. „Es tut mir Leid….Bitte vergiss mich nicht…Ich liebe dich über alles…“ Ich erhob mich wieder, schloss meine Augen und ließ mich nach hinten fallen. „NEEEEEEEIN!“, hörte ich Tom noch schreien bevor ich mit meinem am harten Beton aufschlug und nichts mehr um mich herum war nahm…

ENDE